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Augmented Reality als Lösung für den Wissenserhalt am Arbeitsplatz

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Daan Buitenhuis

Communication

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In der Fertigungsindustrie dreht sich alles um Wissen – Wissen über Materialien, Prozesse, Maschinen und Nachbearbeitung. In Produktionsumgebungen wie bei Pentas entsteht dieses Wissen oft durch jahrelange Erfahrung am Arbeitsplatz. Traditionell wurde dieses Fachwissen von erfahrenen Mitarbeitenden an neue Kolleginnen und Kollegen weitergegeben – eine Methode, die lange gut funktionierte, jedoch zunehmend unter Druck gerät.

Table of contents

    Die Branche verändert sich. Erfahrene Mitarbeitende gehen in den Ruhestand, während neue Kolleginnen und Kollegen mit unterschiedlichen Hintergründen und Nationalitäten dazustoßen. Gleichzeitig werden Produkte und Prozesse komplexer. Das macht es immer schwieriger, entscheidendes Fachwissen zu dokumentieren und zu sichern. Bei Pentas wurden bereits wichtige Schritte unternommen, um dieses Wissen festzuhalten – unter anderem durch visuelle Handbücher und Anleitungen. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass diese Dokumente nicht immer leicht zu interpretieren sind und Änderungen nicht automatisch von Kolleginnen und Kollegen übernommen werden. Genau deshalb stellt sich die Frage: Wie lässt sich Fachwissen nicht nur dokumentieren, sondern auch nachhaltig und zugänglich für alle am Arbeitsplatz verfügbar machen?

    Augmented Reality bietet hierfür neue Möglichkeiten. Indem digitale Anleitungen visuell und kontextbezogen mit der Praxis verknüpft werden, können Mitarbeitende Schritt für Schritt bei ihrer Arbeit unterstützt werden. Die Anleitungen sind dank zentralem Versionsmanagement stets aktuell, sodass jede Änderung sofort für alle am Arbeitsplatz sichtbar ist. So hat jede Person jederzeit die richtigen Informationen zur Hand – Wissen wird genau im richtigen Moment und am richtigen Ort vermittelt, wodurch Lernen und Arbeiten miteinander verschmelzen.

    Zusammenarbeit als Basis für Innovation

    Um diese Möglichkeiten zu untersuchen und umzusetzen, haben wir uns dem RAAK-MKB-Projekt AR in der Fertigungsindustrie angeschlossen. Gemeinsam mit der Saxion Hogeschool, der Universität Twente und weiteren Partnern verfolgen wir dabei ein gemeinsames Ziel: die Entwicklung einer zukunftssicheren Methode zur Bewahrung und Weitergabe von Fachwissen in Produktionsunternehmen.

    Die Stärke dieser Zusammenarbeit liegt in der Kombination von Praxiserfahrung und wissenschaftlichem Know-how. Durch die Verbindung von Erkenntnissen aus der Praxis mit Forschung und technologischer Expertise entsteht ein multidisziplinärer Ansatz, der über reine Theorie hinausgeht. So können Lösungen entwickelt werden, die tatsächlich in Produktionsumgebungen einsetzbar sind.

    Zentrale Forschungsfrage

    Im Projekt stand folgende Frage im Mittelpunkt:

    Wie kann Augmented Reality eingesetzt werden, um Fachwissen in mittelständischen Unternehmen nachhaltig zu dokumentieren und direkt am Arbeitsplatz verfügbar zu machen?

    Diese Frage bildete die Grundlage für die Entwicklung und Erprobung verschiedener Anwendungen und Methoden in der Praxis.

    Vom Forschungsprojekt zu konkreten Ergebnissen

    Das Forschungsprojekt wurde inzwischen erfolgreich abgeschlossen. Gemeinsam mit den Partnern wurden fünf konkrete Produkte entwickelt, die direkt bei der Erstellung und dem Einsatz von AR-Arbeitsanweisungen angewendet werden können. Es wurden praxisnahe Leitlinien für die Erstellung klarer und effektiver AR-Anleitungen erarbeitet. Zudem wurde der Fokus auf die Aufnahme von AR-Erklärungsvideos sowie auf eine sorgfältige Einführung von AR-Anwendungen in Unternehmen gelegt.

    Die Ergebnisse dieses Projekts zeigen, dass Augmented Reality ein wertvolles Werkzeug für den Wissenserhalt in der Fertigungsindustrie sein kann. Durch die Dokumentation von Fachwissen und dessen zugängliche Bereitstellung unterstützt AR nicht nur neue Mitarbeitende, sondern hilft auch dabei, Prozesse konsistenter und zukunftssicher zu gestalten.

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